WM Budapest: Fantastischer fünfter Platz von Victoria Hudson
Zwei Tage zuvor hatte Victoria Hudson die Qualifikation im Speerwurf gleich mit einem tollen Wurf im ersten Versuch auf 62,96 m erfolgreich abgeschlossen und sich als erste Österreicherin für ein WM-Finale in dieser Disziplin qualifiziert.
In diesem durfte die Niederösterreicherin als Erste der 12 Finalistinnen aus allen fünf Kontinenten ans Werk gehen. Der 600 Gramm schwere Speer flog bei Windstille gleich einmal auf 59,08 m, ein solider Beginn, was Rang 5 bedeutete. Im zweiten Versuch folgte eine Steigerung auf starke 62,14 m und ein Vorstoß auf Platz 2, in Runde drei folgten 59,20 m, was für die EM-Finalistin des Vorjahres Zwischenrang 3 bedeutete, da sich die WM-Dritte des Vorjahres Haruka Kitaguchi (JPN) auf 63,00 m verbessert hatte. In Führung lag zur Halbzeit des Bewerbes aber Südamerika-Meisterin Flor Denis Ruiz Hurtado (COL), die gleich im ersten Durchgang mit 65,47 m neuen Kontinentalrekord aufgestellt hatte.
Knapp an den Medaillen vorbei
Somit hatten die Top-8 drei weitere Würfe, und die Laxenburgerin war voll im Kampf um die Medaillen dabei, steigerte sich im vierten Durchgang auf 62,92 m. Damit kam sie zwar bis auf 8 cm an Kitaguchi heran, fiel aber auf Position 4 zurück, da sich Anete Kocina (LAT) auf 63,18 m verbessert hatte. Die vielfache Staatsmeisterin konnte mit dem fünften Wurf auf 59,56 m nicht zulegen, somit blieb nur noch eine Chance in die Top-3 und damit in die Medaillenränge zu kommen. 26 cm fehlten auf Bronze, da sich Mackenzie Little (AUS) mit 63,38 m auf Platz 2 vorgeschoben hatte. Die 27-Jährige legte noch einmal alles in den letzten Wurf, mit 59,84 m gelang ihr der Sprung auf's Treppchen aber nicht mehr.
Es blieb bei einem großartigen 5. Platz für die Dritte der European Games 2023, gerade einmal 46 cm fehlten ihr auf Edelmetall. Den Sieg holte sich mit dem letzten Wurf doch noch die Weltjahresbeste Kitaguchi, die noch 66,73 m erzielte.
Bislang hatte es bei Weltmeisterschaften für Österreich vier Medaillen gegeben: Silber durch Stephanie Graf 2001 über 800 m und jeweils Bronze durch Sigrid Kirchmann 1993 im Hochsprung, Lukas Weißhaidinger 2019 im Diskuswurf sowie Verena Preiner 2019 im Siebenkampf. Rang 5 für Victoria Hudson ist somit die fünftbeste Platzierung, die eine ÖLV-Athletin jemals bei einer WM erreicht hat.
Victoria Hudsons Kommentar nach dem WM-Finale: „Ich bin gerade überwältigt, die Stimmung war ein Wahnsinn. Es war sicher der beste Wettkampf meines Lebens, aber ich kann noch nicht ganz einordnen, ob ich super glücklich über Platz 5 sein kann, 46 cm sind doch sehr wenig, die gefehlt haben. An die Würfe kann ich mich gar nicht so erinnern, ich habe einfach versucht, das umzusetzen, was mir mein Coach Gregor Högler gesagt hat. Beim letzten Wurf habe ich so einen gewaltigen Druck auf den Speer gebracht, wenn ich den nur halbwegs getroffen hätte, wäre der sehr weit gegangen, leider habe ich ihn nach links verzogen.“
Trainer Gregor Högler war ebenfalls sehrzufrieden: „Es war eine großartige Serie von Vicky, fast jeder Wurf hätte schon für den Einzug ins Finale gereicht. Bei absoluter Windstille so zu werfen, ist echt stark. Sie hat sich super präsentiert, und es zeigt ihr, dass sie absolut mit vorne dabei ist. Das stimmt mich auch für Paris nächstes Jahr sehr optimistisch.“
Foto (C) ÖLV/Colombo
29/08/23 23:00, Text: NÖLV Redaktion
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