.

Team-EM (Tag 2): Pressler, Pallitsch und die Damen-Staffel mit Siegen

Raphael Pallitsch jubelt über den 1500-m-Sieg (C) ÖLV/Alfred Nevsimal

Am zweiten Tag der Team-EM der Division 3 waren sechs NÖLV-Athlet/innen im Einsatz. Lena Pressler (400 m Hürden), Raphael Pallitsch (SVS-Leichtathletik) und die 4x100-m-Staffel der Damen mit Magdalena Lindner (Union St. Pölten) sorgten für Disziplinensiege.

Was Routine und Klasse ausmachen, zeigte heute Raphael Pallitsch (SVS-Leichtathletik) über 1500 m. Wie geplant setzte er sich einmal an Position 2, später 3 und ließ die Konkurrenz im Wind laufen. Auch als die Spitzengruppe nach 900 m das Tempo deutlich erhöhte blieb der Burgenländer ruhig, ging 200 m vor dem Ziel eine Attacke des Armeniers mit und konnte sich im Endspurt auch den Iren deutlich vom Halse halten. Mit – für ein taktisch geprägtes Rennen – ausgezeichneten 3:42,52 min und dem Sieg konnte der 33-Jährige damit voll für Österreich punkten und war natürlich sehr zufrieden: „Ich bin sehr glücklich mit dem Sieg, und für dieses taktische Rennen ist es auch eine sehr solide Zeit. Ich habe in diesem Lauf extrem viel arbeiten müssen, musste immer aufmerksam sein und um die Position kämpfen. So ging es das ganze Rennen durch, aber ich konnte mich durchsetzen, die maximale Punktezahl holen und sehe, die Form zeigt in eine sehr gute Richtung.“

Lena Pressler holt das Punktemaximum über 400 m Hürden

Einen durchaus zu erwartenden Favoritensieg gab es über die 400 m Hürden der Frauen durch ÖLV-Rekordhalterin Lena Pressler (Union St. Pölten). Die erst 22-Jährige dominierte das Rennen vom Start weg, machte zu den ersten beiden Hürden so viel Druck, dass sie sogar jeweils zu knapp dran war. Dann kam sie aber sehr gut in den Rhythmus und konnte das Tempo sehr gut bis zum Ziel durchziehen. Mit 57,02 s erreichte die Niederösterreicherin, besonders ob der fehlenden Konkurrenz, wieder eine starke Zeit und schaffte als dritte Österreicherin an diesem Tag die 15 Punkte für die Nationenwertung. Sie kommentierte ihr Rennen wie folgt: „Ich wollte für die Mannschaft die 15 Zähler holen, das war das Ziel und das habe ich geschafft und bin damit sehr zufrieden. Der Lauf war nicht optimal, aber das ist nicht so wichtig heute, nur die Punkte zählen.“

Magdalena Lindner läuft mit Staffel zu neuem österr. Rekord und Disziplinensieg

Auf dem Papier war es die stärkste 4 x 100-m-Frauenstaffel, die es in Österreich je gab. Und die vier Protagonistinnen bestätigten die Erwartungen mit einem tollen neuen österreichischen Rekord, der von 44,33 s um 15/100 s auf 44,18 s verbessert wurde. Die erste Übergabe von Startläuferinnen Karin Strametz (ST) auf Susanne Gogl-Walli (OÖ) gelang ausgezeichnet, in der Zielkurve übernahm Mehrkämpferin Isabel Posch (V) das Staffelholz und übergab es dann sehr flüssig auf Magdalena Lindner (Union St. Pölten), die den Laufsieg und den neuen Rekord souverän vor den WM-Semifinalistinnen aus Irland nach Hause lief.

Staffel-Coach Philipp Unfried: „Toll, dass die neu zusammengestellte Staffel schon beim ersten Einsatz Rekord gelaufen ist. Die Übergaben waren heute eher noch auf der sicheren Seite, da es ja das Wichtigste war, unbedingt ins Ziel zu kommen. Für die Vier ist es natürlich auch eine super Basis für nächste Woche, wo sie in der selben Besetzung beim Diamond-League-Meeting in Lausanne (SUI) antreten werden und angreifen können.“

Kilian Moser holt als Vierter wichtige Punkte

Als letzter Einzelathlet stand heute Hammerwerfer Kilian Moser (Union St.Pölten) im rutschigen Ring, denn Regen machte ihm und den anderen Werfern das Leben sehr schwer. Der erst 19-Jährige hielt sich aber tapfer und startete mit einer Serie von 50,11 m / 53,05 m / 52,54 m sehr solide mit Rang 6. Im fünften Versuch schaffte der Niederösterreicher dann eine tolle Steigerung auf 56,42 m, was auch einen Sprung auf Platz 3 bedeutete. Nicht einmal mehr ein Meter fehlte Moser damit auf seine persönliche Bestleistung. Bei diesen Bedingungen eine sehr beachtliche Leistung. Da der Albaner noch an ihm vorbeizog und im letzten Wurf mit 55,11 m keine Verbesserung mehr gelang, kam der nicht ganz erwartete Rang 4 in die Wertung. Wichtige Punkte für Österreich.

Weitspringer Samuel Szihn auf Platz 5

Es ist hinlänglich bekannt, dass Samuel Szihn (ULC Riverside Mödling) schon seinen ersten Versuch fast jedes Mal gut trifft, und es war auch heute in Chorzów nicht anders. Mit 7,35 m (0,3) startete er in seinen Wettkampf, es folgten Sprünge auf 7,16 m (-0,3) und ein ungültiger Versuch. Nach drei Durchgängen lag der Niederösterreicher damit auf Rang 4, aber in Schlagdistanz zu Platz 2. Leider machte dem 22-Jährigen aber wieder die Achillessehne Probleme und er musste vor dem 4. Versuch aufgeben. So blieben die 7,35 m als bester Sprung in der Wertung, nur ein Zentimeter fehlte auf Platz 3. Mit Rang 5 kamen aber wieder elf  Zähler in die Gesamtwertung. Szihn war über den Verlauf des Wettkampfs nicht glücklich: „Mit der Weite bin ich nur mäßig zufrieden. Schade, dass ich nicht weitermachen konnte, auf Rang 3 hat ja nicht viel gefehlt. Natürlich ist jeder Punkt wichtig, ich hätte heute aber gerne mehr gezeigt, aber die Achillessehne hat nicht mehr Sprünge zugelassen. Job gemacht und etwas für die Teamwertung beigetragen kann man sagen.“

Andreas Meyer-Lux als Startläufer stark, ein Fehler bei der zweiten Übergabe sorgt für das Aus

Ein Routinier und drei Youngsters, so lautete die Aufstellung der ÖLV-Staffel über die 4 x 100 m. Anders als im Frauenrennen klappten die Wechsel hier gar nicht wie gewünscht. Andreas Meyer-Lux (ULC Riverside Mödling) lief etwas auf Lukas Pullnig (K) auf, bevor dieser den dritten Läufer, Stephan Pacher (K), nicht mehr in der zweiten Wechselzone erreichte, da dieser etwas zu früh gestartet war. Also musste Pacher sogar ein paar Schritte zurücklaufen, um die Übernahme zu ermöglichen. Eine gute Zeit war damit aber natürlich nicht mehr möglich, auch wenn Schlussläufer Noel Waroschitz (T) noch sein Möglichstes versuchte. 47,45 s standen für Österreich am Ende auf der Anzeigetafel, diese Zeit wurde aber dann gestrichen, da die Staffel nachträglich wegen des Übergabefehlers disqualifiziert wurde.

Irland übernimmt die Führung

Durch den "Salto nullo" der Männerstaffel konnte Irland (327 Punkte) die Führung nach 25 von 37 Bewerben übernehmen. Österreich (320 Punkte) liegt als Zweiter aber ganz klar auf Aufstiegskurs. Israel (290 Punkte), Malta (247,50 Punkte) sowie Bosnien und Herzegowina (238,5 Punkte) folgen auf den Rängen 3 bis 5.

Am morgigen Schlusstag werden wieder sechs NÖLV-Athlet/innen im Einsatz sein: Lionel-Afan Strasser (Hochsprung), Markus Fuchs (200 m), Victoria Hudson (Speerwurf), Sandra Schauer (1500 m), Katharina Pesendorfer (3000 m Hindernis) und Lena Pressler in der 4x400 m Mixedstaffel.

Live-Ergebnisse

Fotos (honorarfrei verwendbar bei Nennung ÖLV / Alfred Nevsimal)

Livestream

Foto (C) ÖLV/Alfred Nevsimal

21/06/23 15:22, Text: NÖLV Redaktion


zurück