Österreichische Staatsmeisterschaften 2011
Bereits am ersten Tag konnte Beata Schrott (Union St. Pölten), vor einer Woche als erste Österreicherin unter 13 Sekunden über 100m Hürden (12,95, +2,0 m/s) geblieben, im 100m Lauf zeigen dass sie auch ohne Hürden zu den Schnellsten gehört: Sie gewann in 11,86s (PB) die Goldmedaille. Am Sonntag ging sie über ihre Paradedisziplin, den 100m Hürden, an den Start und konnte sich im Vorlauf über die starke Zeit von 13,18s (+0,3 m/s) freuen. Im Finale hatten die Läuferinnen mit extremen Wetterverhältnissen zu kämpfen (+3,2 m/s, strömender Regen, kaum Sicht). Mit einer Zeit von 13,63s holte sie sich dennoch ihren zweiten Staatsmeistertitel des Wochenendes.
Auch der Titel über die kurze Hürdendistanz bei den Männern ging nach Niederösterreich. Auf den vordersten zwei Plätzen kämpften Manuel Prazak (SVS-Leichtathletik) und Dominik Distelberger (UVB Purgstall) um die Goldmedaille. So wie bei den Landesmeisterschaften (wo sich Manuel Prazak mit nur einer Hundertstel Sekunde Vorsprung in 14,19s durchsetzte) gewann der Schwechater Athlet diesmal in 14,34s vor Dominik Distelberger (14,46s).
Auch Gerhard Mayer, zweiter niederösterreichischer WM- und Olympiateilnehmer konnte sich erwartungsgemäß in seiner Paradedisziplin, dem Diskuswurf, durchsetzen. Er überwarf gleich zweimal die 60m-Marke und präsentierte sich damit im ebenfalls strömenden Regen in guter Form: 60,71m bedeuteten einen klaren Sieg.
Julia Siart (SVS-Leichtathletik) freute sich mit 57,60m neben dem Staatsmeisterschaftstitel auch über einen neuen ÖLV-Rekord im Hammerwurf. Sie verbesserte damit ihre eigene Marke aus dem Vorjahr um 35cm. Auch den Kugelstoß gewann die Niederösterreicherin mit 13,88m. Im Hammerwurf der Männer gingen gleich alle drei Stockerlplätze nach Niederösterreich: Michael Hofer (LCA Umdasch Amstetten) gewann mit 58,97m vor seinem
Vereinskollegen Klaus Moser (52,64m) und Matthias Hayek (ATSV OMV Auersthal, 49,64m).
Im spannenden Weitsprung konnte sich am Ende Niederösterreichs stärkster Mehrkämpfer Dominik Distelberger (UVB Purgstall) durchsetzen: Nach nur 7,16m nach den ersten 3 Versuchen, konnte er sich bis zum Ende noch steigern und holte mit 7,68m seinen bereits 4. Staatsmeisterschaftstitel im Weitsprung.
Zu klaren (und auch erwarteteten) Siegen lief Jennifer Wenth über 800m und 1500m. Nachdem die junge Niederösterreicherin (1991) am vergangenen Wochenende ihren U23 ÖLV-Rekord über 1500m um fast 3 Sekunden verbesserte (4:11,07 min, Zweite in der österreichischen All-Time Bestenliste hinter Theresia Kiesl), holte sie bei den Staatsmeisterschaften am Samstag in 2:09,84 min über 800m Gold. Am Sonntag standen die 1500m auf dem Programm bei denen sich Jennifer Wenth in 4:27,49 min ungefährdet die zweite Goldmedaille holte.
Speerwurf ÖLV-Rekordhalterin Elisabeth Pauer (SVS-Leichtathletik) absolvierte nach einer Schulterverletzung ihren ersten Wettkampf des Jahres und holte mit 48,55 Meter Silber. Mit ihrer Weite und Platzierung zwar nicht ganz zufrieden, war sie froh, einen Wettkampf nach längerer Verletzungspause absolviert und damit Sicherheit gewonnen zu haben.
Bei den Männern gewann der Favorit Martin Strasser mit guter Weite von 67,23m. Allerdings hatte er starke Konkurrenten im Bewerb: Matthias Kaserer (Union Salzburg) kam ihm auf knapp einen Meter nahe (66,20m); einen weiteren Meter dahinter holte Gregor Högler (LCC Wien, 65,11m) die Bronzemedaille.
Extrem spannend und knapp war der 400m Hürdenlauf der Männer. Hier kämpften zwei Nachwuchsathleten um die Goldmedaille: Der 18-jährige Thomas Kain (ATSV OMV Auersthal), 13. bei der U20-EM, und der 21-jährige Florian Mayrhofer (TS Sparkasse Innsbruck) matchten sich bis zur Ziellinie und mussten das Zielfoto zur Entscheidung abwarten. Florian Mayrhofer lag bis zur vorletzten Hürde voran, Thomas Kain konnte seine starke Endgeschwindigkeit nutzen und setzte sich schließlich mit nur 4 Hundertstel Sekunden Vorsprung gegen seinen Konkurrenten durch: 52,63s (PB) bedeuteten für Thomas Kain den ersten österreichischen Meistertitel der Allgemeinen Klasse.
Auch die Hochspringer hatten mit Wind und Regen zu kämpfen. Lukas Gobold (SVS-Leichtathletik) holte gemeinsam mit Dominik Siedlaczek (DSG Wien) die Goldmedaille. Beide sprangen in ihrem ersten Versuch 1,94m und hatten die gleiche Anzahl an Fehlversuchen. Da sie bei Gleichstand auf einen Stechkampf verzichteten, gab es in dieser Disziplin zwei Gewinner. Auch der Dritte (Manuel Leitner, PSV Hornbach Wels) sprang 1,94m, allerdings erst im zweiten Versuch.
Ein weiterer SVS-Leichtathletik Athlet konnte sich im 200m Lauf durchsetzen: Bernhard Chudarek gewann in 21,53s und holte sich seine erste Einzel-Staatsmeisterschaftsgoldmedaille.
08/08/11 08:34, Text:
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